Der Ladedrucksensor ist so etwas wie das Manometer des Turbomotors. Er meldet dem Steuergerät, wie viel Druck gerade im Ansaugtrakt herrscht. Liefert er falsche Werte, regelt die Motorsteuerung am Bedarf vorbei. Das Auto verliert Leistung oder geht in den Notlauf, obwohl der Turbolader völlig gesund ist.
⏱ Lesezeit ca. 7 Min. · Aktualisiert am 22.10.2026
Inhalt dieses Ratgebers
Das ist eine gute Nachricht, denn der Sensor gehört zu den günstigsten Teilen rund um den Turbo. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wo er sitzt, warum er ausfällt und wie Sie mit einem einfachen Vergleich prüfen können, ob er richtig misst. Zum Schluss geht es um die Kosten und um typische Fehler bei der Diagnose.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Der Ladedrucksensor misst den Druck im Ansaugtrakt und meldet ihn an das Motorsteuergerät.
- Falsche Werte führen zu Leistungsverlust, Ruckeln, Rauch oder Notlauf.
- Häufige Ursachen sind Öl und Ruß auf dem Messelement sowie Probleme an Stecker und Kabel.
- Ein einfacher Test vergleicht bei stehendem Motor Ladedruck und Umgebungsdruck.
- Ein neuer Sensor kostet mit Einbau meist ca. 50–250 €.
Was der Sensor misst und wo er sitzt
Der Ladedrucksensor misst den absoluten Druck in der Ladeluftstrecke. Meist sitzt er hinter dem Ladeluftkühler, kurz vor der Drosselklappe oder direkt am Saugrohr. Viele Sensoren messen zusätzlich die Temperatur der Ansaugluft. Die Motorsteuerung braucht beide Werte, um die Luftmasse zu berechnen.
Aus diesem Wert und dem Sollwert berechnet das Steuergerät, wie weit es Wastegate oder Leitschaufeln verstellen muss. Der Sensor ist damit das Herzstück der Ladedruckregelung. Er darf nicht mit dem Umgebungsdrucksensor verwechselt werden. Dieser sitzt meist im Steuergerät und misst den Luftdruck draußen, etwa für Fahrten im Gebirge.
Beim Benziner gibt es oft einen zweiten Drucksensor im Saugrohr hinter der Drosselklappe. Er misst dort meist Unterdruck. Beide Sensoren können ähnlich aussehen, haben aber unterschiedliche Aufgaben.
Warum der Ladedrucksensor ausfällt
Das Messelement sitzt hinter einer kleinen Öffnung im Luftstrom. In der Ladeluft schwebt ein feiner Nebel aus Öl, beim Diesel zusätzlich Ruß aus der Abgasrückführung. Beides setzt sich mit der Zeit in der Öffnung ab. Der Sensor reagiert dann träge oder misst falsch.
Beim Mercedes OM640 aus A- und B-Klasse gilt der Ladedrucksensor nach Werkstattberichten als wenig langlebig. Beim Opel 1.4 Turbo A14NET führt ein verölter Drucksensor nach Werkstattberichten öfter zu Ladedruckfehlern, die zunächst wie ein Turboschaden wirken. Die Liste ließe sich mit anderen Motoren fortsetzen, das Prinzip ist immer gleich.
- Öl und Ruß auf dem Messelement
- Korrodierter oder lockerer Stecker
- Kabelbruch durch Hitze oder Scheuern
- Gebrochenes Gehäuse oder undichter Dichtring
- Elektronischer Defekt im Sensor selbst
Symptome eines defekten Sensors
Meldet der Sensor zu wenig Druck, glaubt das Steuergerät, der Turbo liefere nicht genug. Es regelt den Lader stärker an. Der tatsächliche Druck schießt über, und der Motor geht zum Schutz in den Notlauf. Meldet der Sensor zu viel Druck, nimmt das Steuergerät den Lader zurück. Das Auto wirkt dann einfach kraftlos.
Bei einem kompletten Signalausfall nutzt das Steuergerät einen Ersatzwert. Der Motor läuft weiter, aber mit wenig Leistung und Fehlermeldung.
- Motorkontrollleuchte und Notlauf
- Leistungsverlust oder Leistungslöcher beim Beschleunigen
- Ruckeln und unrunder Lauf
- Schwarzer Rauch beim Diesel
- Höherer Verbrauch
- Fehlercodes P0235 bis P0239 für den Ladedrucksensor, je nach Motor auch P0105 bis P0109 für den Saugrohrdrucksensor
| Arbeit | Kosten ca. | Hinweis |
|---|---|---|
| Fehlerspeicher und Messwerte prüfen | 40–120 € | je nach Werkstatt |
| Sensor reinigen | 30–80 € | wenn gut erreichbar |
| Sensor tauschen inkl. Teil | 50–250 € | je nach Ausführung |
| Stecker oder Kabel reparieren | 60–200 € | bei Korrosion |
| Ursache Ölnebel beheben, z. B. Entlüftung | 150–600 € | je nach Motor |
Der einfache Vergleichstest
Ob der Sensor plausibel misst, lässt sich mit einem Diagnosegerät leicht prüfen. Schalten Sie die Zündung ein, ohne den Motor zu starten. Rufen Sie die Messwerte für Ladedruck und Umgebungsdruck auf. Bei stehendem Motor herrscht im Ansaugtrakt derselbe Luftdruck wie draußen. Beide Werte müssen daher fast gleich sein, in Meereshöhe ungefähr 1.000 Millibar.
Weicht der Ladedruckwert deutlich ab, ist der Sensor verdächtig. Im zweiten Schritt folgt eine Probefahrt mit Messwerten. Der Ist-Ladedruck sollte dem Sollwert zügig folgen. Springt er unruhig oder bleibt er stehen, obwohl der Turbo hörbar arbeitet, deutet auch das auf den Sensor.
Die Werkstatt prüft zusätzlich Versorgungsspannung, Masse und Signal am Stecker. Viele Sensoren arbeiten mit fünf Volt Versorgung und liefern ein Spannungssignal zurück, das mit dem Druck steigt.
Reinigen oder tauschen?
Ist der Sensor nur verölt, kann eine Reinigung helfen. Bauen Sie ihn aus und sprühen Sie die Öffnung vorsichtig mit einem Elektronik- oder Kontaktreiniger aus. Stochern Sie nicht mit Werkzeug in der Öffnung, das empfindliche Messelement geht dabei leicht kaputt. Lassen Sie alles gut trocknen, bevor Sie ihn wieder einbauen.
Hält die Besserung nicht an oder ist der Sensor elektrisch defekt, hilft nur der Tausch. Achten Sie auf die genau passende Ausführung, denn Messbereiche unterscheiden sich je nach Motor. Wichtig ist auch, die Ursache für das viele Öl zu klären. Kommt es aus einem undichten Turbo oder einer defekten Kurbelgehäuseentlüftung, ist der neue Sensor bald wieder verschmutzt.
Kosten, Weiterfahren und Entscheidung
Mit einem defekten Ladedrucksensor können Sie in der Regel vorsichtig weiterfahren. Im Notlauf fehlt allerdings Leistung, was beim Überholen gefährlich werden kann. Meldet der Sensor zu wenig Druck und regelt das Steuergerät deshalb nach, kann der Lader dauerhaft zu viel Druck aufbauen. Lassen Sie den Fehler daher zügig beheben.
Die Reparatur lohnt sich praktisch immer, denn Sensor und Arbeitszeit sind günstig. Teuer wird es nur, wenn hinter dem verölten Sensor ein Turbo mit Ölverlust steckt. Dann geht es um eine ganz andere Summe. Bei einem älteren Auto mit mehreren solchen Baustellen kann ein Verkauf an Autoankauf Stern die einfachere Lösung sein.
Häufige Fragen
Kann ein defekter Ladedrucksensor den Turbo beschädigen?
Indirekt ja. Meldet er zu wenig Druck, kann das Steuergerät den Lader überregeln. Meist greift aber vorher der Notlauf ein.
Kann ich den Ladedrucksensor selbst tauschen?
Oft ja, er ist meist mit einer Schraube und einem Stecker befestigt. Danach sollte der Fehlerspeicher mit einem Diagnosegerät gelöscht werden.
Ist der Ladedrucksensor dasselbe wie der Luftmassenmesser?
Nein. Der Luftmassenmesser sitzt meist hinter dem Luftfilter und misst die angesaugte Luftmasse. Der Ladedrucksensor misst den Druck hinter dem Turbo.
Wie oft muss man den Sensor tauschen?
Es gibt kein festes Intervall. Viele Sensoren halten ein Autoleben lang. Bei viel Öl in der Ladeluft können sie aber früh verschmutzen.
Warum kommt der Fehler nach dem Sensortausch wieder?
Häufig liegt die eigentliche Ursache woanders, etwa in einem Ladeluftleck, einem Regelventil oder einer verkokten Turbomechanik. Dann misst der neue Sensor nur korrekt, dass der Druck nicht passt.
Kann ich den Test ohne Diagnosegerät machen?
Nur eingeschränkt. Mit einem einfachen OBD-Adapter und einer passenden App lassen sich die Druckwerte bei vielen Autos auslesen. Für Stellgliedtests und Herstellercodes braucht es meist ein Werkstattgerät.
Hinweis zur Entstehung: Für Datenrecherche und Formulierung wurde KI eingesetzt – ausschließlich mit Gegenprüfung anhand der Datenbanken der Hersteller.





