Mercedes OM640: Der Diesel der A-Klasse W169 und B-Klasse W245

Der OM640 ist der 2,0-Liter-Diesel der zweiten A-Klasse (W169) und der ersten B-Klasse (W245). Er lief von 2004 bis 2012 als A 160 CDI, A 180 CDI, A 200 CDI sowie als B 180 CDI und B 200 CDI. Wegen des Sandwichbodens sitzt er stark nach vorne geneigt unter dem Fahrzeugboden.

Der Motor gilt als relativ unauffällig. Seine Schwachstellen liegen vor allem bei Abgasrückführung, Einspritzdruck und Anbauteilen. Ärgerlich ist, dass viele Arbeiten nur nach Absenken des Motors möglich sind. Hier lesen Sie, was das für Kosten und Kaufentscheidung bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der OM640 hat für alle Leistungsstufen denselben Hubraum von 1.991 cm³.
  • Er gilt als solider Diesel mit Bosch-Common-Rail und Magnetinjektoren.
  • Häufigster Fehler: verschmutztes AGR-Ventil und verkokte Regelklappe.
  • Startprobleme gehen oft auf das Druckregelventil am Rail zurück.
  • Größere Reparaturen sind teuer, weil der Motor samt Achsträger abgesenkt werden muss.
Inhalt
  1. Verbaut in diesen Modellen
  2. Bekannte Schwachstellen des OM640
  3. Technik und Aufbau
  4. Worauf Sie beim Gebrauchtkauf oder vor dem Verkauf achten
  5. Reparieren oder verkaufen?
  6. Pflege und Vorbeugung
  7. Häufige Fragen
Steckbrief OM640
MotorcodeOM640
HerstellerMercedes
KraftstoffDiesel
Hubraum1.991 cm³
Zylinder4 Zylinder, Reihe
AufladungTurbo
SteuertriebSteuerkette
Bauzeit2004–2012
Leistung60–103 kW (82–140 PS)
VorgängerOM668
NachfolgerOM651 / OM607

In diesen Modellen steckt der OM640

  • Mercedes A-Klasse (W169) A 160 CDI
  • Mercedes A-Klasse (W169) A 180 CDI
  • Mercedes A-Klasse (W169) A 200 CDI
  • Mercedes B-Klasse (W245) B 180 CDI
  • Mercedes B-Klasse (W245) B 200 CDI

Bekannte Schwachstellen des OM640

Schwachstellen und Kosten im Überblick
SchwachstelleRisikoKosten ca.
AGR-Ventil und Regelklappe verkoktmittelca. 250–700 € (Reinigung oder Tausch, je nach Werkstatt/Modell)
Startprobleme durch Druckregelventilmittelca. 200–450 € (je nach Werkstatt/Modell)
Turbolader und Ladedrucksensormittelca. 80–200 € für den Sensor; ca. 1.000–2.000 € für einen Turbolader (je nach Werkstatt/Modell)
Anbauteile mit kurzer Lebensdauergeringca. 300–800 € pro Bauteil inklusive Einbau (je nach Werkstatt/Modell)

AGR-Ventil und Regelklappe verkokt Risiko: mittel

Laut ADAC gehörten defekte AGR-Ventile bis Baujahr 2006 zu den Pannenschwerpunkten der W169. Ruß aus der Abgasrückführung verklebt Ventil und Regelklappe. Viel Kurzstrecke verschärft das Problem.

Typische Symptome:

  • Leistungsverlust und Notlauf
  • Ruckeln beim Anfahren
  • Schwarzer Rauch
  • Motorkontrollleuchte

Kosten: ca. 250–700 € (Reinigung oder Tausch, je nach Werkstatt/Modell)

Startprobleme durch Druckregelventil Risiko: mittel

Springt der Motor schlecht an, liegt das oft am Druckregelventil des Rails. Es steuert den Kraftstoffdruck für die Injektoren. Hält es den Druck nicht, startet der Motor zögerlich oder gar nicht.

Typische Symptome:

  • Langes Orgeln vor dem Anspringen
  • Motor geht im Leerlauf aus
  • Fehler zum Raildruck

Kosten: ca. 200–450 € (je nach Werkstatt/Modell)

Turbolader und Ladedrucksensor Risiko: mittel

Die kleineren Versionen nutzen einen IHI-Lader, der 200 CDI einen BorgWarner-Lader. Bei hoher Laufleistung oder schlechter Ölpflege leidet die Lagerung. Auch der Ladedrucksensor gilt als wenig langlebig.

Typische Symptome:

  • Pfeifen oder Heulen
  • Leistungsloch
  • Blauer Rauch
  • Notlauf durch Ladedruckfehler

Kosten: ca. 80–200 € für den Sensor; ca. 1.000–2.000 € für einen Turbolader (je nach Werkstatt/Modell)

Anbauteile mit kurzer Lebensdauer Risiko: gering

Lichtmaschine und Thermostat fallen beim OM640 öfter aus als üblich. Die Teile selbst sind nicht teuer, aber der Einbauort macht die Arbeit aufwendig.

Typische Symptome:

  • Batteriewarnleuchte
  • Motor wird nicht warm oder überhitzt
  • Heizung bleibt kühl

Kosten: ca. 300–800 € pro Bauteil inklusive Einbau (je nach Werkstatt/Modell)

Technik und Aufbau

Der OM640 hat vier Zylinder, zwei Nockenwellen und vier Ventile pro Zylinder. Bohrung und Hub betragen 83 × 92 mm. Die Nockenwellen werden über eine Steuerkette angetrieben, die als wartungsfrei gilt. Die Einspritzung erfolgt per Bosch-Common-Rail mit Magnetinjektoren. Diese gelten als unempfindlicher als frühe Piezo-Systeme.

Alle Varianten haben 1.991 cm³. Der A 160 CDI leistet 60 kW (82 PS), der A/B 180 CDI 80 kW (109 PS) und der A/B 200 CDI 103 kW (140 PS). Wegen des Sandwichkonzepts sitzt der Motor schräg unter dem Wagenboden. Bei einem Frontalaufprall soll er unter die Fahrgastzelle rutschen. Eine Abwandlung des Motors treibt übrigens auch Kleinflugzeuge an.

Worauf Sie beim Gebrauchtkauf oder vor dem Verkauf achten

Bei A- und B-Klassen dieser Generation schauen Sie neben dem Motor auch auf das Getriebe. Die stufenlose Autotronic kann teuer werden. Am Motor helfen diese Punkte bei der Einschätzung:

  • Kalt- und Warmstart testen: Startet der Motor sofort?
  • Probefahrt mit Vollgas aus niedriger Drehzahl: Kommt der Ladedruck gleichmäßig?
  • Fehlerspeicher auf AGR-, Ladedruck- und Raildruckfehler auslesen
  • Kühlmitteltemperatur beobachten: Erreicht der Motor zügig Betriebstemperatur?
  • Bei Modellen mit Partikelfilter nach Regenerationsproblemen fragen

Sicher verkaufen – darauf können Sie sich verlassen

4,9 von 5 Sternen

aus 422 Bewertungen zufriedener Kunden

Seit 2000

Gegründet in Bochum, bundesweit seit 2008

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Reparieren oder verkaufen?

Eine A-Klasse W169 ist heute meist nur noch zwei- bis fünftausend Euro wert. Ein AGR-Ventil oder ein Druckregelventil lohnt sich in diesem Rahmen noch. Kommt ein Turbolader dazu oder ist die Autotronic defekt, kippt die Rechnung schnell. Dazu kommt, dass Werkstätten wegen des Sandwichbodens mehr Stunden berechnen.

Prüfen Sie vor einer großen Reparatur auch den Rest: Rost an Schwellern und Türen, Klimaanlage, Fahrwerk. Wer sich die Investition sparen möchte, kann seine A- oder B-Klasse an Autoankauf Stern verkaufen, auch mit Motorschaden oder abgelaufenem TÜV, inklusive kostenloser Abholung.

Pflege und Vorbeugung

Der OM640 hält bei guter Pflege lange, oft deutlich über 250.000 km. Die meisten Ausfälle betreffen Teile, die unter Kurzstrecke und altem Öl leiden.

  • Ölwechsel nach Herstellervorgabe, bei Stadtverkehr eher alle 15.000 km
  • Kraftstofffilter regelmäßig erneuern, um Rail und Pumpe zu schonen
  • Mindestens einmal pro Woche eine längere Strecke fahren
  • AGR-Ventil bei ersten Symptomen reinigen lassen, bevor es festsitzt
  • Kühlmittel und Thermostatfunktion beim Service prüfen lassen

Häufige Fragen zum OM640

Ja, der OM640 im A 180 CDI gilt als relativ unauffällig. Typische Fehler betreffen AGR, Druckregelventil und Anbauteile.

Ja, der OM640 hat eine Steuerkette. Ein Wechsel ist aber aufwendig, weil der Motor dafür abgesenkt werden muss.

Häufig ist das Druckregelventil am Rail die Ursache. Auch Glühkerzen oder ein verschmutzter Kraftstofffilter kommen infrage.

Bei guter Wartung sind etwa 250.000 bis 300.000 km realistisch.

In der A-Klasse W176 und B-Klasse W246 kamen der Renault-Diesel OM607 und der OM651 zum Einsatz.

Hinweis zur Entstehung: Für Datenrecherche und Formulierung wurde KI eingesetzt – ausschließlich mit Gegenprüfung anhand der Datenbanken der Hersteller.

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