Die C-Klasse gibt es seit vielen Jahren mit einer langen Liste an Motoren. Nicht alle haben einen Abgasturbolader. Die älteren Benziner mit dem Zusatz „Kompressor“ werden über einen Riemen aufgeladen. Die Diesel dagegen haben fast alle einen Turbo, manche sogar zwei. Wer bei einer Ladedruck-Meldung die richtige Entscheidung treffen will, braucht deshalb zuerst den Motorcode.
⏱ Lesezeit ca. 7 Min. · Aktualisiert am 22.10.2026
Inhalt dieses Ratgebers
Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Motoren der Baureihen W203, W204 und W205 zu. Im Anschluss lesen Sie, wo die Lader der einzelnen Motoren schwächeln, welche Preise üblich sind und ab wann sich der Aufwand nicht mehr rechnet.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- C 180 und C 200 Kompressor haben einen mechanischen Lader, keinen Abgasturbo.
- Bei den Dieseln ist der OM651 am häufigsten, im C 220 CDI und C 250 CDI mit zwei Ladern.
- Beim V6-Diesel OM642 können Partikel aus einem gerissenen Abgaskrümmer den Turbo beschädigen.
- Leistungsreduzierung durch AdBlue- oder NOx-Fehler wird beim W205 oft mit einem Turboschaden verwechselt.
- Ein neuer Lader liegt mit Einbau je nach Motor bei ca. 1.300–3.500 €.
Turbo, Kompressor oder beides? Die Motoren im Überblick
Die Typbezeichnung am Heck verrät nicht immer den Motor. Lassen Sie den Code im Zweifel per Fahrgestellnummer bestimmen. Diese Zuordnung hilft für den ersten Überblick:
- M271 mit Kompressor: C 180 und C 200 Kompressor in W203 und frühem W204 – kein Abgasturbo
- M271 mit Turbo: C 180, C 200 und C 250 CGI im W204 ab etwa 2009
- M274: C 180 im W204 ab 2012, im W205 C 160 bis C 300
- M264: C 200 und C 300 im W205 ab der Modellpflege 2018, Twin-Scroll-Lader
- M276 mit zwei Ladern: C 400 und C 43 AMG im W205
- OM646: C 200 CDI und C 220 CDI in W203 und W204 bis 2009
- OM651: C 180 bis C 250 CDI im W204 ab 2009, C 220 d und C 250 d im W205
- OM642 (V6-Diesel): C 320 CDI, C 350 CDI und C 300 CDI
- OM626 (Renault-Basis R9M): C 180 d und C 200 d im W205 bis zur Modellpflege 2018 (je nach Version)
- OM654: Diesel im W205 ab 2018, darunter auch C 180 d und C 200 d
Die Diesel: wo es am häufigsten klemmt
OM646: Der ältere Vierzylinder hat einen einzelnen Lader mit verstellbaren Leitschaufeln. Er gilt als robust. Turboprobleme entstehen hier vor allem durch Alter, Kurzstrecke und verkokte Leitschaufeln.
OM651: Die schwächeren Versionen haben einen Lader, C 220 CDI und C 250 CDI eine zweistufige Aufladung mit zwei Ladern und einer Regelklappe dazwischen. Fällt die Klappe oder ihr Steller aus, fehlt Leistung im mittleren Drehzahlbereich. Häufig ist dann nicht der Lader selbst defekt.
OM642: Beim V6-Diesel ist der Turbo selbst gelegentlich schwach. Bekannt ist außerdem, dass Öl vom Lader in den Stellmotor der Einlasskanalabschaltung tropft und ihn zerstört. Durch die hohe Hitze kann der Abgaskrümmer reißen. Gelöste Partikel fliegen dann in die Turbine und beschädigen sie. Wer hier nur den Turbo tauscht, ohne den Krümmer zu prüfen, riskiert den nächsten Schaden.
OM626 und OM654: Der 1,6-Liter mit Renault-Basis verzeiht verschleppte Wartung schlecht. Der OM654 gilt als robust. Bei ihm melden sich eher AdBlue-System und NOx-Sensoren, die ebenfalls die Leistung reduzieren können.
Die Benziner: Kompressor, Turbo und Biturbo
Beim M271 Kompressor sitzt kein Abgasturbo am Motor. Geräusche oder Leistungsverlust haben hier andere Ursachen, etwa Kompressor, Riementrieb oder die bekannte Kettenlängung. Erst die CGI-Versionen ab 2009 haben einen Turbo mit Direkteinspritzung.
Der M274 gilt beim Turbo als unauffällig. Beim M264 trennt ein Twin-Scroll-Lader die Abgasströme, das Wastegate bewegt ein Elektromotor. Fehler an Steller oder Sensoren führen zum Notlauf, auch wenn der Lader selbst intakt ist. Beim M276 im C 400 und C 43 arbeiten zwei Lader. Viele Kilometer, flotte Fahrweise und gestreckte Ölwechsel setzen ihnen zu. Ein Laderschaden kann hier Späne ins Ölsystem tragen.
| Motor | Kosten ca. | Hinweis |
|---|---|---|
| OM646 (VTG-Lader) | 1.300–2.300 € | inkl. Einbau, je nach Werkstatt |
| OM651 einstufig | 1.300–2.500 € | C 180 bis C 200 CDI |
| OM651 zweistufig | 2.000–3.500 € | C 220 CDI, C 250 CDI |
| OM642 Lader plus Krümmer | 2.000–3.500 € | Krümmer immer mitprüfen |
| M271 Turbo / M274 / M264 | 1.300–2.500 € | Steller oft separat ersetzbar |
| M276 Biturbo | 1.500–3.000 € pro Lader | Ölsystem auf Späne prüfen |
Woran Sie einen Turboschaden erkennen
Die Anzeichen ähneln sich bei allen Motoren. Achten Sie besonders auf Veränderungen, die schleichend kommen. Lassen Sie bei den ersten Anzeichen den Fehlerspeicher auslesen. Je früher die Ursache bekannt ist, desto eher bleibt es bei einem Schlauch oder Steller.
- Spürbar weniger Durchzug, vor allem beim Überholen
- Pfeifen oder Heulen, das mit dem Gaspedal lauter wird
- Blauer Rauch und Ölverbrauch ohne äußere Lecks
- Notlauf mit Motorkontrollleuchte
- Ölgeruch im Motorraum oder ölige Ladeluftschläuche
Reparieren oder verkaufen? Eine Frage der Generation
Ein W205 hat meist noch einen ordentlichen Wert. Ein Turbo für 2.000 bis 3.000 € ist dort in der Regel gut investiert. Beim W204 kommt es auf Motor, Laufleistung und Rost an. Ein C 220 CDI jenseits der 250.000 km mit zusätzlichen Injektorproblemen kann die Reparatur schon kaum noch tragen. Beim W203 übersteigt ein Turboschaden oft den Restwert, zumal Rost an dieser Baureihe ein bekanntes Thema ist.
Stellen Sie den Wert nach der Reparatur allen anstehenden Ausgaben gegenüber. Ist der Abstand klein, fahren Sie mit einem Verkauf ohne Reparatur oft besser. Autoankauf Stern kauft auch eine C-Klasse mit Turboschaden, holt sie kostenlos ab und zahlt sofort.
Vorbeugen: was jeder C-Klasse-Lader braucht
Turbolader leben vom Öl. Kurze Wechselintervalle und das richtige Öl nach Mercedes-Freigabe sind deshalb der beste Schutz. Rufen Sie erst bei warmem Motor die volle Leistung ab. Lassen Sie den Motor nach schneller Autobahnfahrt kurz im Leerlauf drehen. Bei den Dieseln helfen regelmäßige längere Fahrten, damit Partikelfilter und Leitschaufeln frei bleiben. Und beim OM642 lohnt bei jeder größeren Inspektion ein Blick auf Krümmer und Ölspuren am Lader.
Häufige Fragen
Hat der C 200 Kompressor einen Turbolader?
Nein. Der M271 Kompressor wird über einen Riemen mechanisch aufgeladen. Einen Abgasturbolader haben erst die CGI-Versionen ab etwa 2009.
Welche C-Klasse hat zwei Turbolader?
Bei den Dieseln vor allem C 220 CDI und C 250 CDI mit OM651, bei den Benzinern C 400 und C 43 AMG mit dem V6 M276.
Warum muss beim C 350 CDI der Krümmer mitgeprüft werden?
Beim OM642 kann der Abgaskrümmer durch Hitze reißen. Gelöste Partikel beschädigen sonst auch den neuen Turbo.
Was kostet die Diagnose eines Turboproblems?
Eine Fehlersuche mit Messfahrt kostet je nach Werkstatt ca. 80–200 €. Bei zweistufiger Aufladung kann es etwas mehr Zeit brauchen.
Kann ich mit Turboschaden noch fahren?
Bei leichtem Leistungsverlust meist kurz bis zur Werkstatt. Bei Rauch, Ölverlust oder Schleifgeräuschen sollten Sie den Wagen abschleppen lassen.
Hinweis zur Entstehung: Für Datenrecherche und Formulierung wurde KI eingesetzt – ausschließlich mit Gegenprüfung anhand der Datenbanken der Hersteller.




