Der Renault Clio ist einer der bekanntesten Kleinwagen in Europa. Entsprechend viele Gebrauchte sind unterwegs. Die meisten Motoren gelten als ordentlich. Einige Varianten haben aber bekannte Schwächen, die schnell teuer werden können.
⏱ Lesezeit ca. 7 Min. · Aktualisiert am 21.10.2026
Inhalt dieses Ratgebers
Wir zeigen Ihnen, welche Motoren in Clio 3, Clio 4 und Clio 5 verbaut sind, welche Ursachen hinter typischen Motorschäden stecken und welche Kosten auf Sie zukommen. Zum Schluss rechnen wir ehrlich durch, ob sich eine Reparatur lohnt.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Der 1.2 TCe mit 120 PS (H5Ft) im Clio 4 ist für hohen Ölverbrauch bis hin zum Motorschaden bekannt.
- Der 1.5 dCi (K9K) kann vor allem in älteren Versionen Pleuellagerschäden bekommen.
- Der 0.9 TCe (H4Bt) und der 1.2 16V (D4F) gelten als weitgehend unauffällig.
- Beim 1.0 TCe im Clio 5 ist bisher vor allem leichtes Ölschwitzen an der Turbo-Ölleitung bekannt.
- Ein Austauschmotor kostet je nach Variante ca. 2.500 bis 6.000 Euro.
Welche Motoren stecken im Clio?
Auf dem Gebrauchtmarkt sind vor allem drei Generationen relevant: Clio 3 (2005–2012), Clio 4 (2012–2019) und Clio 5 (seit 2019).
- Clio 3: 1.2 16V (D4F), 1.2 TCe 100, 1.4 und 1.6 16V (K4M), 1.5 dCi (K9K), RS mit 2.0 16V
- Clio 4: 1.2 16V (D4F), 0.9 TCe (H4Bt), 1.2 TCe 120 (H5Ft), 1.5 dCi (K9K) mit 75 bis 110 PS, RS mit 1.6 Turbo
- Clio 5: 1.0 SCe, 1.0 TCe (H4D), 1.3 TCe (H5H), 1.5 Blue dCi (K9K), E-Tech Hybrid mit 1.6 (H4M)
Ursache 1: Ölverbrauch beim 1.2 TCe (H5Ft)
Der größte Schwachpunkt im Clio 4 ist der 1.2 TCe mit 120 PS. Bei vielen Motoren verschleißen die Kolbenringe früh. Der Motor verbrennt dann zunehmend Öl. Sinkt der Ölstand unbemerkt, leiden Steuerkette und Lager. Am Ende kann ein kapitaler Motorschaden stehen.
Ein deutlich steigender Ölverbrauch ist deshalb ein ernstes Warnsignal. Viele Werkstätten raten, den Ölstand bei diesem Motor alle 1.000 Kilometer zu prüfen. Mehr zu diesem Motor lesen Sie in unserem eigenen Ratgeber zum Renault 1.2 TCe.
Ursache 2: Pleuellager und Diesel-Themen beim 1.5 dCi (K9K)
Der 1.5 dCi ist ein weit verbreiteter Diesel, der auch in Dacia- und Nissan-Modellen steckt. Er gilt als sparsam und in späteren Versionen als ordentlich haltbar. Vor allem ältere Varianten neigen aber zu Schäden an den Pleuellagern. Ursache sind oft zu lange Ölwechselintervalle und Ölverdünnung durch die Regeneration des Partikelfilters.
Ein Lagerschaden kündigt sich durch ein klopfendes Geräusch an, das mit der Drehzahl zunimmt. Fahren Sie dann nicht weiter. Dreht sich ein Lager, ist der Motor meist nicht mehr zu retten. Daneben kennt der K9K die üblichen Diesel-Themen: Injektoren, Turbolader, AGR-Ventil und Partikelfilter.
| Schaden | Kosten ca. | Hinweis |
|---|---|---|
| Pleuellager erneuern (1.5 dCi) | 1.200–2.500 € | nur wenn die Kurbelwelle noch gut ist |
| Kolbenringe und Steuerkette (1.2 TCe) | 2.000–4.000 € | je nach Schadensumfang |
| Zahnriemen mit Wasserpumpe | 400–800 € | je nach Motor |
| Injektor (1.5 dCi) | 250–500 € pro Stück | plus Einbau |
| Turbolader | 900–2.000 € | je nach Motor |
| Austauschmotor | 2.500–6.000 € | je nach Motor und Werkstatt |
Die robusteren Motoren im Clio
Der 1.2 16V (D4F) ist ein einfacher Saugmotor mit Zahnriemen. Er ist schwach, aber anspruchslos. Wichtig ist der pünktliche Riemenwechsel. Auch der 1.6 16V (K4M) gilt als langlebig.
Der Dreizylinder 0.9 TCe (H4Bt) im Clio 4 gilt insgesamt als zuverlässig. Im Clio 5 ist vom 1.0 TCe (H4D) bisher vor allem leichtes Ölschwitzen an der Ölleitung zum Turbolader bekannt. Der 1.3 TCe (H5H) und der E-Tech Hybrid sind noch vergleichsweise jung. Gehäufte Serienschäden sind bislang nicht bekannt.
Symptome: Diese Warnzeichen sollten Sie kennen
Bei Verdacht auf einen Schaden hilft eine gezielte Diagnose. Beim 1.2 TCe lässt sich der Ölverbrauch mit einer Messfahrt dokumentieren: Die Werkstatt füllt auf Maximum und prüft nach einer festen Strecke nach. Beim 1.5 dCi geben Öldruckmessung und Ölanalyse Hinweise auf Lagerschäden. Ein Kompressionstest zeigt, ob Kolbenringe oder Ventile undicht sind. Diese Prüfungen kosten meist ca. 50 bis 200 Euro.
Wichtig: Klopft der Motor oder leuchtet die Öldruckwarnung, fahren Sie keinen Meter weiter. Lassen Sie den Clio abschleppen. Bei leichtem Ölverbrauch können Sie dagegen mit regelmäßigem Nachfüllen noch bis zur Werkstatt fahren.
Ein Motorschaden am Clio kündigt sich oft an. Typische Anzeichen sind:
- Ölstand sinkt schnell, Ölwarnleuchte geht an
- Blauer Rauch beim Beschleunigen oder nach dem Kaltstart
- Klopfen aus dem Motor, das mit der Drehzahl lauter wird
- Rasseln beim Kaltstart (Steuerkette beim TCe)
- Leistungsverlust, Notlauf oder Motorkontrollleuchte
- Häufige Partikelfilter-Regenerationen beim Diesel
Reparieren oder verkaufen?
Ein Clio 3 oder früher Clio 4 ist heute oft nur noch wenige Tausend Euro wert. Ein Austauschmotor kostet ca. 2.500 bis 6.000 Euro. Bei einem Lagerschaden am 1.5 dCi oder einem zerstörten 1.2 TCe lohnt sich die Reparatur deshalb häufig nicht.
Anders sieht es bei Verschleißteilen aus. Ein neues AGR-Ventil oder ein Injektor sind überschaubare Kosten. Die lohnen sich bei einem sonst guten Auto fast immer. Fragen Sie bei einem jungen Clio außerdem nach Garantie oder Kulanz bei Renault. Gerade beim 1.2 TCe lohnt sich die Nachfrage, wenn das Auto lückenlos im Vertragsnetz gewartet wurde. Legen Sie dafür alle Rechnungen und das Serviceheft vor.
Passen Kosten und Fahrzeugwert nicht mehr zusammen, können Sie den Clio mit Motorschaden verkaufen. Autoankauf Stern kauft auch defekte Fahrzeuge an und holt sie kostenlos ab. Kaufvertrag und Abmeldung sind inklusive.
Vorbeugung: So schützen Sie den Clio-Motor
Beim Clio entscheidet vor allem das Öl über die Lebensdauer des Motors. Das gilt für den 1.2 TCe genauso wie für den 1.5 dCi. Mit diesen Maßnahmen lassen sich viele Schäden vermeiden oder zumindest früh erkennen:
- Beim 1.2 TCe den Ölstand alle 1.000 Kilometer prüfen
- Beim 1.5 dCi kürzere Ölwechselintervalle einplanen, vor allem bei Kurzstrecke
- Zahnriemen beim 1.2 16V und 1.5 dCi nach Vorgabe wechseln
- Nur Öl mit der vorgeschriebenen Renault-Freigabe verwenden
- Neue Geräusche sofort in der Werkstatt prüfen lassen
Häufige Fragen
Welcher Clio-Motor ist am zuverlässigsten?
Als unauffällig gelten der 1.2 16V (D4F), der 1.6 16V und der 0.9 TCe. Auch spätere 1.5 dCi halten bei guter Ölpflege lange.
Welcher Clio-Motor ist problematisch?
Vor allem der 1.2 TCe mit 120 PS im Clio 4. Er neigt zu hohem Ölverbrauch, der bis zum Motorschaden führen kann.
Wie erkenne ich einen Pleuellagerschaden?
Typisch ist ein dumpfes Klopfen, das mit der Drehzahl zunimmt. Oft sinkt auch der Öldruck. Stellen Sie den Motor dann sofort ab.
Kann ich mit hohem Ölverbrauch weiterfahren?
Nur mit regelmäßigem Nachfüllen und kurzfristiger Diagnose. Wird der Ölstand zu niedrig, drohen Lager- und Kettenschäden.
Lohnt sich ein Austauschmotor für einen Clio?
Bei älteren Fahrzeugen selten, weil die Kosten den Fahrzeugwert schnell übersteigen. Bei jungen, gepflegten Autos kann es sinnvoll sein.
Hat der Clio einen Zahnriemen oder eine Steuerkette?
Der 1.2 16V und der 1.5 dCi haben einen Zahnriemen. Die TCe-Turbobenziner ab dem Clio 4 arbeiten mit einer Steuerkette, die bei Ölmangel schnell leidet.
Hinweis zur Entstehung: Für Datenrecherche und Formulierung wurde KI eingesetzt – ausschließlich mit Gegenprüfung anhand der Datenbanken der Hersteller.








