Renault 1.2 TCe H5Ft: Ölverbrauch, Schwachstellen und Kosten

Der 1.2 TCe mit dem Code H5Ft ist ein kleiner Turbobenziner mit Direkteinspritzung. Renault und Nissan setzten ihn ab 2012 in vielen Modellen ein: Clio, Captur, Mégane, Kadjar, Dacia Duster und Nissan Qashqai. Bei Nissan heißt er 1.2 DIG-T, bei Mercedes steckt er im Citan.

Der Motor ist vor allem durch hohen Ölverbrauch bekannt geworden. Betroffen sind laut Berichten Motoren aus der Produktion von Oktober 2012 bis Juli 2016. Bleibt der Ölverlust unbemerkt, können Steuerkette, Ventile und am Ende der ganze Motor Schaden nehmen. Diese Seite erklärt Ursachen, Warnzeichen und Kosten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kernproblem des H5Ft ist erhöhter Ölverbrauch, vor allem bei Motoren aus 2012 bis Mitte 2016.
  • Zu wenig Öl gefährdet die Steuerkette, die dann überspringen kann.
  • Renault reagierte mit einer Software-Maßnahme und in schweren Fällen mit Motortausch.
  • Spätere Motoren gelten als weniger betroffen.
  • Regelmäßige Ölstandskontrolle ist bei diesem Motor Pflicht.
Inhalt
  1. Verbaut in diesen Modellen
  2. Bekannte Schwachstellen des H5Ft
  3. Technik und Aufbau
  4. Worauf Sie beim Gebrauchtkauf oder vor dem Verkauf achten
  5. Reparieren oder verkaufen?
  6. Pflege und Vorbeugung
  7. Häufige Fragen
Steckbrief H5Ft
MotorcodeH5Ft
HerstellerRenault
KraftstoffBenzin
Hubraum1.197 cm³
Zylinder4 Zylinder, Reihe
AufladungTurbo
SteuertriebSteuerkette
Bauzeit2012–2019
Leistungca. 74–96 kW (100–130 PS)
NachfolgerH5Ht 1.3 TCe

In diesen Modellen steckt der H5Ft

  • Renault Clio IV
  • Renault Captur I
  • Renault Mégane III und IV
  • Renault Scénic III und IV
  • Renault Kadjar
  • Renault Kangoo II
  • Dacia Duster I, Lodgy, Dokker
  • Nissan Qashqai (J11), Juke (F15), Pulsar (1.2 DIG-T)
  • Mercedes Citan

Bekannte Schwachstellen des H5Ft

Schwachstellen und Kosten im Überblick
SchwachstelleRisikoKosten ca.
Hoher Ölverbrauchhochca. 1.500–3.000 € für Kolben und Ringe; ca. 3.500–6.000 € für einen Austauschmotor, je nach Werkstatt/Modell
Längung oder Überspringen der Steuerkettehochca. 800–1.500 € für den Kettensatz; deutlich mehr bei Folgeschaden
Verbrannte Auslassventilemittelca. 1.500–3.000 € für die Zylinderkopf-Überholung
Turbolader durch Ölverkokungmittelca. 800–1.500 € je nach Werkstatt/Modell

Hoher Ölverbrauch Risiko: hoch

Als Ursache gelten zu große Toleranzen zwischen Kolben, Kolbenringen und Zylinderwand. Öl gelangt so in den Brennraum und verbrennt. Betroffene Motoren verbrauchen teils einen Liter auf 1.000 bis 1.500 km. Eine Warnung im Cockpit kommt oft erst sehr spät.

Typische Symptome:

  • Ölstand sinkt zwischen den Wechseln deutlich
  • Bläulicher Rauch beim Beschleunigen
  • Verölte Zündkerzen und Zündaussetzer

Kosten: ca. 1.500–3.000 € für Kolben und Ringe; ca. 3.500–6.000 € für einen Austauschmotor, je nach Werkstatt/Modell

Längung oder Überspringen der Steuerkette Risiko: hoch

Sinkt der Ölstand, fehlt dem hydraulischen Kettenspanner Druck. Die Kette schlägt und längt sich. Im Extremfall springt sie über und Ventile treffen auf Kolben. Werkstätten sehen Kettenprobleme häufig zwischen 80.000 und 120.000 km.

Typische Symptome:

  • Metallisches Rasseln einige Sekunden nach dem Kaltstart
  • Motorkontrollleuchte mit Nockenwellenfehler
  • Ruckeln und Leistungsverlust

Kosten: ca. 800–1.500 € für den Kettensatz; deutlich mehr bei Folgeschaden

Verbrannte Auslassventile Risiko: mittel

Verbranntes Öl erhöht die Temperatur und bildet Ablagerungen. Auslassventile schließen dann nicht mehr dicht oder verbrennen. Ein Zylinder verliert Kompression.

Typische Symptome:

  • Motor läuft auf drei Zylindern
  • Fehlzündungen im Fehlerspeicher
  • Unruhiger Leerlauf

Kosten: ca. 1.500–3.000 € für die Zylinderkopf-Überholung

Turbolader durch Ölverkokung Risiko: mittel

Nach heißem Abstellen verkokt Öl in der Turbo-Zuleitung. Das schadet der Lagerung. Erhöhter Ölverbrauch verschärft das Problem.

Typische Symptome:

  • Pfeifen beim Gasgeben
  • Träger Ladedruckaufbau
  • Ölspuren im Ladeluftsystem

Kosten: ca. 800–1.500 € je nach Werkstatt/Modell

Technik und Aufbau

Der H5Ft hat 1.197 cm³, vier Zylinder, Direkteinspritzung und einen kleinen Turbolader. Die Nockenwellen laufen über eine Steuerkette mit Nockenwellenverstellern. Das Konzept war für niedrigen Verbrauch ausgelegt und sollte größere Saugmotoren ersetzen.

Renault versuchte das Ölproblem zunächst per Software-Update zu lösen, gefolgt von einer Verbrauchsmessung. Lag der Verbrauch über einem festgelegten Grenzwert, folgten weitergehende Maßnahmen bis zum Motortausch. In Frankreich beschäftigte der Fall Verbraucherschützer und Gerichte. Ende 2018 löste der 1.3 TCe den Motor ab.

Worauf Sie beim Gebrauchtkauf oder vor dem Verkauf achten

Beim 1.2 TCe zählt vor allem die Frage, wie viel Öl der Motor heute verbraucht und ob die Maßnahmen erledigt sind.

  • Baujahr und Motornummer prüfen: Produktion vor Juli 2016 gilt als Risikozeitraum.
  • Beim Händler nachfragen, ob Software-Update und Ölverbrauchsmessung erfolgt sind.
  • Ölmessstab ziehen: Ein Stand unter Minimum ist ein Alarmsignal.
  • Kaltstart nach längerer Standzeit anhören.
  • Zündkerzen auf Ölkohle prüfen lassen.

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Reparieren oder verkaufen?

Ein Captur I oder Clio IV mit 1.2 TCe ist je nach Zustand oft nur 3.000–7.000 € wert. Ein Kettenwechsel kann sich lohnen, wenn der Ölverbrauch im Rahmen liegt. Muss zusätzlich an Kolben oder Zylinderkopf gearbeitet werden, frisst die Rechnung schnell den halben Fahrzeugwert. Ein Austauschmotor ist bei älteren Exemplaren meist unwirtschaftlich.

Fragen Sie bei Renault oder Nissan nach Kulanz, auch wenn die Garantie abgelaufen ist. Bleibt es bei einer hohen Eigenbeteiligung, ist ein Verkauf im aktuellen Zustand oft vernünftiger. Autoankauf Stern kauft auch Autos mit Motorschaden oder hohem Ölverbrauch und zahlt sofort aus.

Pflege und Vorbeugung

Wer einen H5Ft fährt, kann das Risiko mit wenig Aufwand deutlich senken.

  • Ölstand alle 1.000 km oder bei jedem Tanken prüfen.
  • Immer einen Liter freigegebenes Öl (Renault RN0700) im Kofferraum haben.
  • Ölwechsel alle 10.000–15.000 km statt nach dem maximalen Intervall.
  • Nach Autobahnfahrt den Motor 30–60 Sekunden im Leerlauf laufen lassen.
  • Bei Kettenrasseln sofort die Werkstatt aufsuchen.

Häufige Fragen zum H5Ft

Als Risikozeitraum gilt die Produktion von Oktober 2012 bis Juli 2016. Spätere Motoren mit überarbeiteten Kolbenringen gelten als weniger auffällig.

Ein geringer Verbrauch ist normal. Muss regelmäßig mehr als ein halber Liter auf 1.000 km nachgefüllt werden, sollte eine Werkstatt den Motor prüfen.

Einen offiziellen Rückruf gab es nicht. Renault hat Fälle einzeln geprüft und teils Kulanz gewährt. Ein Versuch lohnt sich, besonders mit lückenlosem Scheckheft.

Ja. Qashqai, Juke und Pulsar mit 1.2 DIG-T nutzen den H5Ft und können die gleichen Probleme haben.

Der Nachfolger 1.3 TCe zeigt das Ölverbrauchsproblem nach bisherigen Erfahrungen nicht in diesem Ausmaß und gilt als die bessere Wahl.

Hinweis zur Entstehung: Für Datenrecherche und Formulierung wurde KI eingesetzt – ausschließlich mit Gegenprüfung anhand der Datenbanken der Hersteller.

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