Die A-Klasse gibt es in Deutschland in drei Generationen, die heute häufig gebraucht gefahren werden: W169 (2004–2012), W176 (2012–2018) und W177 (seit 2018). Technisch haben sie wenig gemeinsam. Der W169 hat noch den Sandwichboden mit schräg eingebautem Motor. Ab dem W176 kommen klassische Quermotoren zum Einsatz, teils aus der Kooperation mit Renault.
⏱ Lesezeit ca. 7 Min. · Aktualisiert am 21.10.2026
Inhalt dieses Ratgebers
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Motoren in welcher Generation stecken, an welchen Symptomen Sie einen drohenden Motorschaden erkennen und welche Kosten realistisch sind.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- W169 nutzt den Benziner M266 und den Diesel OM640, beide gelten bei guter Wartung als recht robust.
- Im W176 stecken vor allem M270 (Benzin), OM607 und OM651 (Diesel) – beim M270 gab es einen Rückruf wegen Nockenwellen.
- Der W177 fährt mit M282, M260, OM608 und OM654; größere Serienschäden sind bisher kaum bekannt.
- Warnzeichen sind Rasseln beim Kaltstart, Kühlmittelverlust, steigender Ölverbrauch und Notlauf.
- Beim W169 ist ein Motorschaden wegen des niedrigen Restwerts fast immer ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Welche Motoren stecken in welcher A-Klasse?
Prüfen Sie zuerst Ihren Motorcode. Er steht in der Datenkarte oder lässt sich per Fahrgestellnummer abfragen. Die Typbezeichnung wie A 180 sagt wenig, denn sie wurde über die Generationen mit ganz unterschiedlichen Motoren kombiniert.
- W169: Benziner M266 (A 150 bis A 200 Turbo), Diesel OM640 (A 160 CDI, A 180 CDI, A 200 CDI)
- W176: Benziner M270 (A 160 bis A 250), Diesel OM607 (1,5 Liter aus der Renault-Kooperation, z. B. A 180 CDI) und OM651 (A 200 CDI, A 220 CDI)
- W177: Benziner M282 (1,33 Liter, A 160 bis A 200) und M260 (2,0 Liter, z. B. A 250), Diesel OM608 (1,5 Liter, A 180 d) und OM654 (2,0 Liter, A 200 d und A 220 d)
Typische Schäden je Motor
W169 mit M266 und OM640: Beide Motoren gelten als unauffällig, wenn die Wartung stimmt. Die Steuerkette ist eigentlich wartungsfrei. Muss sie doch getauscht werden, wird es teuer, weil der Motor wegen der Sandwichbauweise abgesenkt werden muss. Beim Diesel OM640 sind verrußte AGR-Ventile, Zweimassenschwungrad, Partikelfilter und Injektoren die typischen Baustellen. Häufiger als der Motor macht beim W169 übrigens die stufenlose Automatik Autotronic Ärger.
W176 mit M270: Für Fahrzeuge aus der Produktion 2015 gab es einen Rückruf, weil eine fehlerhafte Schweißnaht an der Nockenwelle brechen konnte. Das kann zum Motorschaden führen. Daneben sind ein ausfallendes Thermostat (Fehlercode P0128), ein undichter Kühlmittel-Ausgleichsbehälter und verkokte Injektoren bekannt. Ein kurzes Rasseln beim Kaltstart deutet auf Steuerkette oder Nockenwellenversteller hin.
W176 mit OM607 und OM651: Der OM607 hat einen Zahnriemen. Mercedes gibt einen Wechsel nach ca. 200.000 km oder zehn Jahren an – je nachdem, was zuerst eintritt. Wird er versäumt, droht beim Riss ein schwerer Motorschaden. Beim OM651 konnte an Fahrzeugen aus der Produktion von Februar bis November 2014 Öl am Kettenspanner austreten. Dafür gab es einen Rückruf.
W177 mit M282, M260, OM608 und OM654: Die Motoren gelten bislang als unauffällig. Beim M282 berichten einzelne Halter über erhöhten Ölverbrauch. Er lässt sich teils auf ungeeignetes Öl zurückführen. Für die Modelljahre 2019 und 2020 gab es einen Rückruf wegen einer möglicherweise undichten Ölzulaufleitung des Turboladers. Bei den Dieseln stehen Partikelfilter, AGR und AdBlue-System im Vordergrund.
Symptome: Daran erkennen Sie einen drohenden Motorschaden
Die meisten Motorschäden bei der A-Klasse haben eine Vorgeschichte. Diese Zeichen sollten Sie ernst nehmen:
- Rasseln in den ersten Sekunden nach dem Kaltstart: Steuerkette, Kettenspanner oder Nockenwellenversteller
- Kühlmittel sinkt ständig oder Temperaturanzeige schwankt: Ausgleichsbehälter, Thermostat oder im schlimmsten Fall Zylinderkopfdichtung
- Ölverbrauch über ca. 0,5 Liter auf 1.000 km: Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen oder Turbolader
- Motorkontrollleuchte mit Leistungsverlust: oft Notlauf wegen Sensor-, Turbo- oder Abgasfehler
- Metallisches Klopfen bei warmem Motor: möglicher Lagerschaden – sofort abstellen
- Weißer Rauch mit süßlichem Geruch: Kühlmittel gelangt in den Brennraum
| Schaden | Kosten ca. | Hinweis |
|---|---|---|
| Thermostat (M270) | 250–500 € | häufiger Fehlercode P0128 |
| Zahnriemen mit Wasserpumpe (OM607) | 500–900 € | nach Herstellerintervall |
| Steuerkette W169 | 1.500–2.500 € | Motor muss abgesenkt werden |
| Steuerkette W176/W177 | 1.200–2.200 € | je nach Motor und Werkstatt |
| Turbolader | 1.200–2.200 € | Ölzulauf mitprüfen |
| Gebrauchtmotor mit Einbau | 2.500–5.000 € | Laufleistung oft unklar |
| Austauschmotor mit Einbau | 4.500–8.000 € | je nach Generation |
Was kostet die Reparatur?
Die Kosten hängen stark von der Generation und vom Motor ab. Die folgenden Spannen gelten für freie Werkstätten. In der Vertragswerkstatt liegen sie meist höher. Bei kapitalen Schäden ist oft ein gebrauchter Motor die günstigste Lösung – mit dem Risiko, dass dessen Laufleistung und Pflege unbekannt sind.
Planen Sie außerdem Nebenkosten ein. Bei einem Motorwechsel sollten Kupplung, Dichtungen, Thermostat und Flüssigkeiten gleich mit erneuert werden. Bei Automatikmodellen kommt eventuell ein Getriebeölwechsel hinzu. Diese Posten machen schnell mehrere hundert Euro aus. Lassen Sie sich deshalb immer einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit allen Positionen geben.
Reparieren oder verkaufen?
Beim W169 ist die Rechnung meist schnell gemacht. Viele Exemplare sind nur noch ca. 1.500 bis 4.000 € wert. Ein Austauschmotor kostet schnell mehr. Hier lohnt sich die Reparatur nur, wenn Sie einen günstigen Gebrauchtmotor finden und der Rest des Autos sehr gut ist.
Beim W176 und W177 sieht es anders aus. Ein neuer Zahnriemen, ein Thermostat oder eine Steuerkette lohnen sich bei diesen Autos fast immer. Erst bei einem kapitalen Motorschaden an einem W176 mit hoher Laufleistung wird es knapp.
Stellen Sie den Restwert nach der Reparatur den Gesamtkosten gegenüber. Liegt die Reparatur über etwa der Hälfte des Wertes, ist der Verkauf oft sinnvoller. Wir von Autoankauf Stern kaufen A-Klassen auch mit Motorschaden an und holen sie kostenlos ab.
Vorbeugung
Die kleinen Motoren der A-Klasse leiden besonders unter Kurzstrecke. Mit ein paar Regeln verlängern Sie ihre Lebensdauer deutlich.
- Ölwechsel mindestens einmal im Jahr, mit Öl nach Mercedes-Freigabe
- Zahnriemen beim OM607 rechtzeitig nach Herstellervorgabe wechseln
- Kühlmittelstand regelmäßig kontrollieren
- Rückrufe per Fahrgestellnummer beim Mercedes-Partner prüfen lassen
- Diesel regelmäßig länger auf Landstraße oder Autobahn fahren
Häufige Fragen
Welche A-Klasse hat die zuverlässigsten Motoren?
Beim W169 gelten die Handschalter mit M266 als solide. Beim W176 sind späte M270 und OM651 ausgereift. Der W177 ist bislang ebenfalls unauffällig.
Hat die A-Klasse eine Steuerkette oder einen Zahnriemen?
Die meisten Motoren haben eine Steuerkette. Eine Ausnahme ist der Diesel OM607 im W176, er hat einen Zahnriemen mit festem Wechselintervall.
Was kostet ein Motorschaden bei der A-Klasse?
Mit einem Gebrauchtmotor beginnt es bei ca. 2.500 €. Ein Austauschmotor kostet ca. 4.500 bis 8.000 €, je nach Generation und Werkstatt.
Kann ich mit Rasseln beim Kaltstart weiterfahren?
Kurzfristig ja, aber lassen Sie es bald prüfen. Eine gelängte Steuerkette kann überspringen und dann Ventile und Kolben beschädigen.
Lohnt sich ein neuer Motor im W169?
Meist nicht, weil der Restwert niedrig ist. Ein Verkauf im Ist-Zustand ist oft die wirtschaftlichere Lösung.
Hinweis zur Entstehung: Für Datenrecherche und Formulierung wurde KI eingesetzt – ausschließlich mit Gegenprüfung anhand der Datenbanken der Hersteller.




