Die B-Klasse ist der praktische Kompaktvan von Mercedes. Viele Halter schätzen den hohen Einstieg und den großen Kofferraum. Oft wird sie von älteren Fahrern oder als Zweitwagen genutzt – und damit viel auf kurzen Strecken. Genau das ist für die Motoren eine der größten Belastungen.
⏱ Lesezeit ca. 7 Min. · Aktualisiert am 21.10.2026
Inhalt dieses Ratgebers
Es gibt drei Generationen: W245 (2005–2011), W246 (2011–2018) und W247 (seit 2019). Dieser Ratgeber zeigt, welche Motoren jeweils verbaut sind, was hinter typischen Schäden steckt und welche Kosten auf Sie zukommen. Am Ende finden Sie eine ehrliche Entscheidungshilfe zwischen Reparatur und Verkauf.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Die erste B-Klasse W245 fährt mit M266 (Benzin) und OM640 (Diesel) – beide gelten als ordentlich, Reparaturen sind aber aufwendig.
- In der W246 stecken M270, OM607 und OM651; beim M270 gab es einen Rückruf wegen brechender Nockenwellen.
- Die W247 nutzt M282, M260, OM608 und OM654 und ist bislang ohne größere Serienschäden.
- Häufige Auslöser für Motorschäden sind Kurzstrecke, verschleppte Ölwechsel und ein versäumter Zahnriemenwechsel beim OM607.
- Bei älteren W245 übersteigt ein Motorschaden fast immer den Restwert.
Welche Motoren stecken in der B-Klasse?
Ob B 180 oder B 200: Hinter derselben Bezeichnung stecken je nach Generation völlig andere Motoren. Den Motorcode finden Sie in der Datenkarte oder über eine Abfrage per Fahrgestellnummer.
- W245 (2005–2011): Benziner M266 in B 150/B 160, B 170/B 180, B 200 und B 200 Turbo; Diesel OM640 in B 180 CDI und B 200 CDI
- W246 (2011–2018): Benziner M270 in B 180, B 200 und B 250, dazu die Erdgasversion B 200 Natural Gas Drive; Diesel OM607 (1,5 Liter) im B 180 CDI sowie OM651 im B 200 CDI und B 220 CDI
- W247 (seit 2019): Benziner M282 (1,33 Liter) in B 160 bis B 200 und M260 (2,0 Liter) in stärkeren Versionen; Diesel OM608 (1,5 Liter) und OM654 (2,0 Liter)
Ursachen: Was hinter einem Motorschaden steckt
W245: Der Benziner M266 gilt als zuverlässig. Probleme mit Steuerkette und Nockenwellenverstellern, wie sie andere Mercedes-Motoren kennen, sind hier selten. Das Problem ist die Bauweise: Für größere Arbeiten am Motor muss die Antriebseinheit abgesenkt werden. Schon eine neue Steuerkette wird dadurch teuer. Beim Diesel OM640 sind vor allem verstopfte AGR-Ventile, das Zweimassenschwungrad und typische Dieselbauteile wie Partikelfilter, Turbo und Injektoren betroffen. Für Modelljahre 2008 bis 2011 gab es zudem ein Software-Update zur Abgasreinigung.
W246 mit M270: Für Fahrzeuge aus der Produktion 2015 rief Mercedes Motoren zurück, weil eine Schweißnaht an der Nockenwelle mangelhaft sein konnte. Bricht die Nockenwelle, ist der Motor meist hinüber. Ob der Rückruf erledigt ist, prüft der Mercedes-Partner per Fahrgestellnummer. Sonst gilt der M270 als solide. Bekannt sind ein anfälliges Thermostat, ein mit der Zeit undichter Kühlmittelbehälter und verkokte Injektoren durch die Direkteinspritzung.
W246 mit OM607 und OM651: Der kleine Diesel OM607 stammt aus der Kooperation mit Renault und hat einen Zahnriemen. Der Wechsel steht nach Herstellerangabe nach ca. 200.000 km oder zehn Jahren an. Gerade bei wenig gefahrenen B-Klassen wird das Zeitlimit oft übersehen. Reißt der Riemen, folgt in der Regel ein schwerer Motorschaden. Beim OM651 konnte bei Fahrzeugen aus der Produktion von Februar bis November 2014 Öl am Kettenspanner austreten. Hierzu gab es einen Rückruf.
W247: Die aktuellen Motoren sind bisher unauffällig. Beim M282 gibt es einzelne Berichte über höheren Ölverbrauch. Für die Modelljahre 2019 und 2020 gab es eine Rückrufaktion wegen der Ölzulaufleitung des Turboladers. Bei den Dieseln stehen Partikelfilter und AdBlue-System im Mittelpunkt.
Warnzeichen, die Sie kennen sollten
Je früher Sie reagieren, desto günstiger wird die Reparatur. Diese Zeichen deuten auf einen beginnenden Schaden hin:
- Rasseln oder Klackern direkt nach dem Start
- Temperaturanzeige bleibt im Winter kalt oder steigt ungewöhnlich hoch
- Kühlmittel muss regelmäßig nachgefüllt werden
- Öl muss zwischen den Wechseln deutlich nachgefüllt werden
- Ruckeln, Leistungsverlust oder Motorkontrollleuchte
- Zahnriemen beim OM607 ist laut Serviceheft überfällig
| Schaden | Kosten ca. | Hinweis |
|---|---|---|
| Zahnriemen mit Wasserpumpe (OM607) | 500–900 € | nach 10 Jahren auch bei wenig Kilometern |
| Thermostat (M270) | 250–500 € | häufige Fehlerursache |
| AGR-Ventil (OM640) | 350–800 € | Reinigung manchmal möglich |
| Steuerkette W245 | 1.500–2.500 € | Antriebseinheit muss abgesenkt werden |
| Steuerkette W246/W247 | 1.200–2.200 € | je nach Motor |
| Gebrauchtmotor mit Einbau | 2.500–5.000 € | Herkunft prüfen |
| Austauschmotor mit Einbau | 4.500–8.000 € | je nach Generation |
Kosten: Womit Sie rechnen müssen
Die Spannen in der Tabelle sind grobe Richtwerte für freie Werkstätten. Beim W245 kommt der Aufwand für das Absenken des Motors hinzu. Ein Thermostat oder ein Zahnriemen kostet wenige hundert Euro. Ein kapitaler Schaden geht dagegen schnell in den vierstelligen Bereich.
Ein Tipp: Lassen Sie sich bei einem größeren Schaden zwei Angebote geben – eines mit Austauschmotor und eines mit geprüftem Gebrauchtmotor. Fragen Sie auch, welche Teile beim Einbau gleich mit erneuert werden. So sehen Sie die echten Gesamtkosten und können besser vergleichen.
Reparieren oder verkaufen? Die ehrliche Rechnung
Bei einer W245 ist die Lage meist klar. Viele Exemplare sind nur noch ca. 1.500 bis 4.000 € wert. Ein Austauschmotor mit Einbau kostet mehr als das. Eine Reparatur lohnt sich nur mit einem günstigen Gebrauchtmotor und wenn Sie das Auto noch Jahre fahren wollen. Achten Sie außerdem auf die Autotronic genannte Automatik der W245. Sie gilt als anfällig, und eine Reparatur ist teuer.
Bei der W246 und W247 lohnen sich Zahnriemen, Thermostat oder Steuerkette fast immer. Selbst ein Austauschmotor kann sich bei einer gepflegten W246 mit niedriger Laufleistung rechnen.
Liegen die Reparaturkosten nahe am Restwert, ist der Verkauf im Ist-Zustand oft vernünftiger. Autoankauf Stern kauft B-Klassen auch mit Motorschaden an und übernimmt Abholung, Kaufvertrag und Abmeldung.
Vorbeugung für Kurzstreckenfahrer
Wenn Ihre B-Klasse vor allem kurze Wege fährt, helfen diese Regeln:
- Öl jährlich wechseln, auch wenn die Serviceanzeige noch nichts meldet
- Ein- bis zweimal im Monat eine längere Strecke fahren
- Zahnriemen beim OM607 nach Zeit wechseln, nicht nur nach Kilometern
- Kühlmittelstand bei jedem Tanken kurz kontrollieren
- Rückrufe per Fahrgestellnummer prüfen lassen
Häufige Fragen
Welche B-Klasse hat den besten Motor?
Bei der W246 gelten späte M270 und OM651 als ausgereift. Die W247 ist bisher unauffällig. Bei der W245 ist der Benziner M266 mit Schaltgetriebe eine solide Wahl.
Hat die B-Klasse einen Zahnriemen?
Die meisten Motoren haben eine Steuerkette. Der Diesel OM607 im B 180 CDI der W246 hat dagegen einen Zahnriemen mit festem Wechselintervall.
Was kostet ein Motorschaden bei der B-Klasse?
Mit Gebrauchtmotor ab ca. 2.500 €, mit Austauschmotor ca. 4.500 bis 8.000 €. Die genauen Kosten hängen von Generation, Motor und Werkstatt ab.
Ist meine B-Klasse vom Nockenwellen-Rückruf betroffen?
Betroffen waren Motoren M270 aus der Produktion 2015. Ihr Mercedes-Partner kann per Fahrgestellnummer prüfen, ob die Aktion offen oder erledigt ist.
Kann ich eine B-Klasse mit Motorschaden verkaufen?
Ja. Händler und Ankaufdienste kaufen auch defekte B-Klassen. Der Preis hängt vom Alter, der Ausstattung und dem Zustand der restlichen Technik ab.
Hinweis zur Entstehung: Für Datenrecherche und Formulierung wurde KI eingesetzt – ausschließlich mit Gegenprüfung anhand der Datenbanken der Hersteller.



