Mercedes M276: Wie zuverlässig ist der V6-Benziner?

Der M276 ersetzte ab 2010 den M272 als V6-Benziner von Mercedes. Als 3,5-Liter-Saugmotor steckte er in C 350, E 350, S 350, ML 350, GLK 350 und SLK 350. Ab 2013 kam der 3,0-Liter-Biturbo dazu, etwa in E 400, C 400 und den AMG-Modellen C 43, E 43 und GLC 43.

Der M276 hat das Zahnradproblem seines Vorgängers nicht und gilt insgesamt als solide. Einige Schwachstellen sind trotzdem bekannt, vor allem bei frühen Motoren. Hier lesen Sie, worauf Sie achten sollten, und ob sich eine Reparatur lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der M276 ist ein 60-Grad-V6 und braucht keine Ausgleichswelle, das Zahnradproblem des M272 entfällt.
  • Bei Motoren bis etwa Ende 2014 kann der Kettenspanner zu wenig Öl bekommen, Kettengeräusche beim Kaltstart sind dann ein Warnzeichen.
  • Zündaussetzer durch Zündspulen oder Kerzen kommen mit steigender Laufleistung vor.
  • Ölverlust an Nockenwellenmagneten und Dichtungen ist bei älteren Exemplaren verbreitet.
  • Beim 3,0-Liter-Biturbo kommen die Turbolader als mögliche Kostenstelle hinzu.
Inhalt
  1. Verbaut in diesen Modellen
  2. Bekannte Schwachstellen des M276
  3. Technik und Aufbau
  4. Worauf Sie beim Gebrauchtkauf oder vor dem Verkauf achten
  5. Reparieren oder verkaufen?
  6. Pflege und Vorbeugung
  7. Häufige Fragen
Steckbrief M276
MotorcodeM276
HerstellerMercedes
KraftstoffBenzin
Hubraum2.996–3.498 cm³
Zylinder6 Zylinder, V (60°)
AufladungSaugmotor oder Biturbo
SteuertriebSteuerkette (zweistufig)
Bauzeit2010–ca. 2022
Leistung185–295 kW (252–401 PS)
VorgängerM272
NachfolgerM256

In diesen Modellen steckt der M276

  • Mercedes C-Klasse (W204, W205)
  • Mercedes E-Klasse (W212, W213)
  • Mercedes S-Klasse (W221, W222)
  • Mercedes CLS (C218)
  • Mercedes ML/GLE (W166)
  • Mercedes GLK/GLC (X204, X253)
  • Mercedes SLK/SLC (R172)
  • Mercedes-AMG C 43/E 43/GLC 43

Bekannte Schwachstellen des M276

Schwachstellen und Kosten im Überblick
SchwachstelleRisikoKosten ca.
Kettenspanner früher Motorenmittelca. 300–800 € für den Spanner; ca. 2.500–4.500 € für einen kompletten Steuertrieb (je nach Werkstatt/Modell)
Zündaussetzermittelca. 100–200 € pro Zündspule; ca. 300–600 € für einen Injektor inklusive Einbau (je nach Werkstatt/Modell)
Ölverlust an Magneten und Dichtungengeringca. 200–900 € je nach Dichtstelle (je nach Werkstatt/Modell)
Turbolader beim Biturbomittelca. 1.500–3.000 € pro Turbolader inklusive Einbau (je nach Werkstatt/Modell)

Kettenspanner früher Motoren Risiko: mittel

Bei M276 bis etwa Ende 2014 wird der Kettenspanner unzureichend mit Öl versorgt. Die Kette verliert dann Spannung und kann sich längen. Typisch ist ein kurzes Rasseln beim Kaltstart, vor allem nach langer Standzeit. Bei späteren Motoren hat Mercedes nachgebessert. Ob Ihr Motor betroffen ist, kann eine Mercedes-Werkstatt anhand der Motornummer prüfen.

Typische Symptome:

  • Kurzes Kettenrasseln beim Anlassen nach langer Standzeit
  • Nockenwellen-Fehlercodes
  • Unrunder Leerlauf

Kosten: ca. 300–800 € für den Spanner; ca. 2.500–4.500 € für einen kompletten Steuertrieb (je nach Werkstatt/Modell)

Zündaussetzer Risiko: mittel

Der M276 arbeitet mit Mehrfachzündung und Piezo-Injektoren. Verschlissene Zündkerzen oder defekte Zündspulen führen zu Aussetzern. Seltener ist ein Injektor die Ursache.

Typische Symptome:

  • Ruckeln unter Last
  • Blinkende Motorkontrollleuchte
  • Unruhiger Leerlauf

Kosten: ca. 100–200 € pro Zündspule; ca. 300–600 € für einen Injektor inklusive Einbau (je nach Werkstatt/Modell)

Ölverlust an Magneten und Dichtungen Risiko: gering

Wie bei anderen Mercedes-Motoren dieser Zeit werden die Magnete der Nockenwellenverstellung mit den Jahren undicht. Auch Ventildeckel und Ölfiltergehäuse können Öl verlieren.

Typische Symptome:

  • Öl an Steckern und Ventildeckel
  • Brandgeruch nach der Fahrt
  • Ölflecken unter dem Fahrzeug

Kosten: ca. 200–900 € je nach Dichtstelle (je nach Werkstatt/Modell)

Turbolader beim Biturbo Risiko: mittel

Die 3,0-Liter-Biturbo-Versionen arbeiten mit zwei Turboladern. Ein Serienproblem ist nicht bekannt, doch wie jeder Turbo leiden sie unter hoher Laufleistung, sportlicher Fahrweise und knappen Ölwechseln. Ein Turboschaden kann Späne ins Ölsystem tragen.

Typische Symptome:

  • Pfeifen oder Heulen
  • Blauer Rauch
  • Leistungsverlust
  • Erhöhter Ölverbrauch

Kosten: ca. 1.500–3.000 € pro Turbolader inklusive Einbau (je nach Werkstatt/Modell)

Technik und Aufbau

Der M276 hat einen Aluminiumblock mit 60 Grad Bankwinkel und vier verstellbare Nockenwellen. Durch den engeren Winkel läuft der Motor ohne Ausgleichswelle ruhig. Die Direkteinspritzung arbeitet mit Piezo-Injektoren, die mehrmals pro Arbeitstakt einspritzen. Eine Mehrfachzündung kann bis zu vier Funken pro Takt setzen.

Den Saugmotor mit 3.498 cm³ gab es mit 185 bis rund 225 kW (252 bis 306 PS). Der 3,0-Liter-Biturbo leistet in C 400 und E 400 rund 245 kW (333 PS), in den AMG-43-Modellen 270 bis 287 kW (367 bis 390 PS), im E 43 sogar 295 kW (401 PS). Pumpen und Lichtmaschine arbeiten bedarfsgerecht, das spart Kraftstoff gegenüber dem M272.

Worauf Sie beim Gebrauchtkauf oder vor dem Verkauf achten

Ein M276 mit Scheckheft ist meist eine gute Wahl. Weil die Fahrzeuge oft hochwertig ausgestattet sind, lohnt eine gründliche Prüfung vor dem Kauf oder Verkauf.

  • Kaltstart hören, idealerweise nach einer Nacht Standzeit
  • Fehlerspeicher auf Zündaussetzer und Nockenwellenfehler auslesen
  • Motor von unten auf Ölverlust prüfen
  • Beim Biturbo auf Pfeifgeräusche und blauen Rauch achten
  • Wartungsnachweise zu Zündkerzen und Ölwechseln verlangen

Sicher verkaufen – darauf können Sie sich verlassen

4,9 von 5 Sternen

aus 422 Bewertungen zufriedener Kunden

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Reparieren oder verkaufen?

Die meisten M276-Reparaturen sind im Verhältnis zum Fahrzeugwert vertretbar. Zündspulen, Dichtungen und selbst ein Kettenspanner sind bei einer E 350 oder einem GLC 43 sinnvolle Investitionen. Auch ein Turbolader rechnet sich bei einem AMG mit gutem Zustand meist noch.

Schwierig wird es bei einem Motorschaden durch übergesprungene Kette oder Turbospäne. Dann kostet ein Austauschmotor schnell 10.000 € und mehr. Bei älteren S- oder E-Klassen mit hoher Laufleistung kann ein Verkauf an Autoankauf Stern die wirtschaftlichere Lösung sein, auch mit Motorschaden und ohne TÜV.

Pflege und Vorbeugung

Der M276 belohnt gutes Öl und eine ruhige Warmlaufphase. Vor allem die Biturbo-Versionen danken schonenden Umgang nach sportlicher Fahrt.

  • Ölwechsel nach Serviceanzeige, bei sportlicher Nutzung früher
  • Ausschließlich Motoröl mit passender Mercedes-Freigabe einfüllen
  • Zündkerzen nach Herstellerintervall wechseln
  • Biturbo nach Vollgas kurz nachlaufen lassen
  • Öl-Stopp-Kabel an den Nockenwellenmagneten prüfen oder nachrüsten

Häufige Fragen zum M276

Nein. Der M276 ist ein 60-Grad-V6 ohne Ausgleichswelle, das Zahnradproblem des Vorgängers gibt es nicht.

Ja, er gilt als solider Motor. Bei Motoren bis etwa Ende 2014 ist der Kettenspanner ein Prüfpunkt, sonst sind eher Zündung und Dichtungen ein Thema.

Der 3,0-Liter-Biturbo M276 mit 367 PS, nach der Modellpflege mit 390 PS.

Mit guter Pflege sind 250.000 km und mehr möglich. Beim Biturbo hängt viel vom Zustand der Turbolader ab.

Mercedes stellte bei den Sechszylindern auf den Reihenmotor M256 mit 48-Volt-Technik um.

Hinweis zur Entstehung: Für Datenrecherche und Formulierung wurde KI eingesetzt – ausschließlich mit Gegenprüfung anhand der Datenbanken der Hersteller.

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